Einbruchschutz im Urlaub – So sichern Sie Ihr Haus während der Ferien
Die Ferienzeit ist Hochsaison für Einbrecher. Mit der richtigen Vorbereitung können Sie Ihr Zuhause effektiv schützen und beruhigt in den Urlaub fahren. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei.
Warum ist Einbruchschutz im Urlaub so wichtig?
Statistiken zeigen eindeutig: Während der Ferienzeit steigt die Einbruchrate deutlich an. Einbrecher beobachten Wohngebiete gezielt auf Anzeichen längerer Abwesenheit – überquellende Briefkästen, geschlossene Rollläden über Tage, fehlende Aktivität. Ein leeres Haus ist eine Einladung für Kriminelle, die sich Zeit nehmen können, ohne Störung befürchten zu müssen.
Neben dem materiellen Schaden durch gestohlene Wertgegenstände ist der psychologische Schaden oft noch gravierender. Das Gefühl, dass jemand in die eigenen vier Wände eingedrungen ist, beeinträchtigt viele Opfer noch lange nach dem Einbruch. Mit den richtigen Vorsichtsmassnahmen lässt sich das Risiko jedoch erheblich reduzieren.
Checkliste vor der Abreise
- Alle Türen und Fenster verschliessen und auf festen Sitz prüfen
- Zeitschaltuhren für Licht programmieren
- Nachbarn informieren und Kontaktdaten hinterlassen
- Briefkasten-Service organisieren
- Wertgegenstände fotografieren und Inventarliste erstellen
- Alarmanlage aktivieren und testen
- Rollläden teilweise geöffnet lassen (wirkt bewohnt)
- Gartenmöbel und Leitern wegräumen
- Keine Urlaubsgrüsse auf Social Media posten
- Wertsachen in Bankschliessfach lagern
Anwesenheitssimulation – Lassen Sie Ihr Haus bewohnt wirken
Eine der effektivsten Massnahmen gegen Einbrüche während der Ferienzeit ist die Anwesenheitssimulation. Einbrecher beobachten potenzielle Ziele oft mehrere Tage, bevor sie zuschlagen. Ein Haus, das bewohnt wirkt, wird in der Regel gemieden, da das Entdeckungsrisiko zu hoch ist.
Beleuchtung strategisch einsetzen
Zeitschaltuhren sind die einfachste Lösung zur Anwesenheitssimulation. Platzieren Sie mehrere Zeitschaltuhren in verschiedenen Räumen – Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche – und programmieren Sie sie mit unterschiedlichen Schaltzeiten. So entsteht der Eindruck, dass sich Personen im Haus bewegen. Moderne Smart-Home-Lösungen können dies noch realistischer gestalten, indem sie zufällige Muster erzeugen.
Besonders wichtig: Lassen Sie abends Licht in verschiedenen Räumen brennen, wie es auch bei Ihrer normalen Anwesenheit der Fall wäre. Aussenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern bleibt ebenfalls aktiv und schreckt zusätzlich ab.
Rollläden und Jalousien
Komplett geschlossene Rollläden über mehrere Tage signalisieren Abwesenheit. Besser: Lassen Sie Rollläden teilweise geöffnet oder nutzen Sie automatische Rollladensteuerung, die morgens öffnet und abends schliesst. Viele moderne Systeme lassen sich per App steuern, sodass Sie auch aus dem Urlaub flexibel reagieren können.
Geräusche simulieren
Nutzen Sie Zeitschaltuhren auch für Radio oder Fernseher in moderater Lautstärke. Stimmengeräusche aus dem Haus sind ein starkes Signal für potenzielle Einbrecher, dass jemand zu Hause ist. Es gibt auch spezielle Geräte, die Fernseh- oder Radiogeräusche simulieren.
Nachbarschaftshilfe organisieren
Eine aufmerksame Nachbarschaft ist unbezahlbar für die Sicherheit. Informieren Sie vertrauenswürdige Nachbarn über Ihre Abwesenheit und bitten Sie um regelmässige Kontrollen. Je mehr Ihr Haus bewohnt wirkt, desto sicherer ist es.
Was Nachbarn tun können
- Briefkasten täglich leeren (überquellende Briefkästen sind ein Warnsignal)
- Mülltonnen am Abholtag rausstellen und wieder reinholen
- Gelegentlich Rollläden bewegen oder Fenster kurz öffnen
- Parkplatz nutzen (wechselnde Fahrzeuge erwecken Aktivität)
- Bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei (117) kontaktieren
- Pakete annehmen und sicher verwahren
Hinterlassen Sie Ihren Nachbarn Ihre Notfallkontaktdaten und ermächtigen Sie sie schriftlich, im Notfall Zutritt zu Ihrem Grundstück zu gewähren (z.B. für Feuerwehr). Revanchieren Sie sich bei Gelegenheit – eine funktionierende Nachbarschaftshilfe basiert auf Gegenseitigkeit.
Briefkasten und Post
Ein überquellender Briefkasten ist das deutlichste Signal für längere Abwesenheit. Organisieren Sie rechtzeitig eine Lösung: Bitten Sie Nachbarn oder Verwandte, täglich die Post zu holen, oder nutzen Sie den Lagerservice der Schweizer Post. Bei Abwesenheiten ab 3 Tagen können Sie Ihre Post kostenlos bei der Poststelle lagern lassen.
Für längere Urlaube können Sie auch eine temporäre Nachsendeadresse einrichten. Wichtige Rechnungen und Termine sollten Sie vor der Abreise klären, um keine Fristen zu verpassen.
Smart Home und Überwachungstechnik
Moderne Technik bietet hervorragende Möglichkeiten zur Fernsicherung Ihres Zuhauses. Investitionen in Smart-Home-Systeme zahlen sich schnell aus, da sie nicht nur Sicherheit bieten, sondern auch Komfort und oft sogar Energieeinsparungen.
Überwachungskameras mit Live-Stream
IP-Kameras mit App-Zugriff ermöglichen es Ihnen, jederzeit vom Smartphone aus nach Ihrem Zuhause zu sehen. Bewegungsmelder lösen Benachrichtigungen aus, sodass Sie sofort informiert werden, wenn etwas Ungewöhnliches passiert. Achten Sie auf Modelle mit Nachtsicht und ausreichender Speicherkapazität.
Smarte Alarmanlagen
Moderne Alarmanlagen lassen sich per App scharf schalten und überwachen. Bei Alarm erhalten Sie sofort eine Nachricht und können die Situation über Kameras beurteilen. Viele Systeme bieten auch die Möglichkeit, direkt einen Sicherheitsdienst zu alarmieren. Erfahren Sie mehr über professionelle Alarmanlage Installation.
Intelligente Beleuchtungssteuerung
Smart-Lighting-Systeme wie Philips Hue oder IKEA Trådfri lassen sich per App steuern und programmieren. Sie können realistische Anwesenheitsmuster erstellen oder die Beleuchtung spontan vom Urlaubsort aus steuern. Einige Systeme lernen sogar Ihr typisches Verhalten und simulieren es automatisch.
Smarte Türschlösser
Elektronische Türschlösser protokollieren alle Zugriffe und können temporäre Zugangscodes für Nachbarn oder Dienstleister generieren. So haben Sie immer die Kontrolle, wer wann Zugang hatte. Einige Modelle senden Benachrichtigungen, wenn die Tür geöffnet wird.
Mehr über moderne Sicherheitstechnik erfahren Sie in unserem Artikel Smart Home Sicherheit.
Aussenbereich absichern
Auch der Aussenbereich Ihres Grundstücks verdient Aufmerksamkeit. Entfernen Sie potenzielle Einstiegshilfen wie Leitern, Gartenmöbel oder Mülltonnen, die Einbrecher nutzen könnten, um an Fenster oder Balkone zu gelangen.
Garten und Vorgarten
- Hecken und Büsche zurückschneiden (keine Versteckmöglichkeiten bieten)
- Bewegungsmelder-Leuchten installieren
- Gartenmöbel wegräumen oder fest verankern
- Leitern und Werkzeug in abgeschlossenen Schuppen lagern
- Garagentore verschliessen und sichern
- Fahrräder im Keller oder verschlossener Garage lagern
Kellerfenster und Lichtschächte
Kellerfenster sind oft vernachlässigte Schwachstellen. Sichern Sie diese mit stabilen Gittern oder Riegeln. Lichtschächte sollten mit fest verschraubten Gittern gesichert sein.
Wichtige Dokumente und Wertgegenstände
Lagern Sie besonders wertvolle Gegenstände und wichtige Dokumente während längerer Abwesenheit in einem Bankschliessfach. Die Kosten sind gering im Vergleich zum möglichen Verlust.
Was ins Schliessfach gehört
- Schmuck und Edelmetalle
- Wichtige Dokumente (Originale von Verträgen, Urkunden)
- Bargeldreserven
- Datenträger mit sensiblen Informationen
- Sammlerstücke von hohem Wert
Inventarliste für die Versicherung
Erstellen Sie vor der Abreise eine aktuelle Inventarliste aller Wertgegenstände inklusive Fotos und Kaufbelegen. Speichern Sie diese in der Cloud oder nehmen Sie eine Kopie mit in den Urlaub. Im Falle eines Einbruchs erleichtert dies die Schadensregulierung mit der Hausratversicherung erheblich.
Social Media – Die unsichtbare Gefahr
Einer der häufigsten Fehler: Urlaubsfotos in Echtzeit auf Social Media teilen. Einbrecher durchsuchen systematisch Facebook, Instagram und andere Plattformen nach Hinweisen auf leerstehende Häuser. Ein Foto am Strand mit dem Kommentar "2 Wochen Traumurlaub" ist eine Einladung für Kriminelle.
Wichtige Verhaltensregeln für Social Media
- Keine Posts über aktuelle oder bevorstehende Urlaube
- Standortmarkierungen deaktivieren
- Privatsphäre-Einstellungen überprüfen (Wer kann Ihre Beiträge sehen?)
- Freundesliste kritisch prüfen (Kennen Sie alle wirklich?)
- Check-Ins erst nach der Rückkehr teilen
- Familie und Freunde bitten, Sie nicht zu markieren
Warten Sie mit dem Teilen Ihrer Urlaubserlebnisse bis nach Ihrer Rückkehr. Ihre Follower verstehen das – und Ihr Zuhause ist sicherer.
Professionelle Sicherheitsberatung vor dem Urlaub
Sie planen einen längeren Urlaub und möchten Ihr Zuhause optimal absichern? Unsere Sicherheitsexperten analysieren Ihr Zuhause und erstellen ein individuelles Sicherheitskonzept. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.
Kostenlose Sicherheitsberatung anfragenWeitere hilfreiche Artikel
Smart Home Sicherheit
Moderne Technik für intelligenten Einbruchschutz
Alarmanlagen und Überwachung
Alles über moderne Alarmsysteme und Videoüberwachung
Mechanischer Einbruchschutz
Türsicherungen, Fensterschlösser und mehr
Einbruchstatistik Schweiz
Wann und wo wird am häufigsten eingebrochen?